Über Etappenziele, Spielpläne und Geschichtliches
 
Während der Süddeutschen Spielemesse, die vom 18. bis 21. November 2010 in Stuttgart stattgefunden hat, konnte ich auf dem Stand der Spiele-Autoren-Zunft mit Besuchern der Messe auf Spurensuche gehen. Im Gegensatz noch zum Vorjahr liefen die Testpartien wesentlich „runder“ und schneller ab. Erfreulicherweise hat sich gezeigt, welch positive Auswirkungen gerade die kleinen Veränderungen am Spielkonzept haben. Und auch die Spieletests auf dem 7. Schramberger Spieletag nur eine Woche später konnten diesen Eindruck bestätigen. (Einen Bericht des Veranstalters des Spieletags gibt's hier.)
 
Dienstag, 4. Januar 2011
Ein paar wichtige abschließende Tests stehen noch aus, u. a. ob die aktuelle Fassung der Spielregel und des Spielmaterials ganz ohne Erklärungen (des Autors) ebenso gut funktioniert. Solche Tests wurden während der Spielentwicklung immer wieder durchgeführt und gerade dabei fielen Schwachstellen besonders auf. Und wie sich das Spiel in den letzten beiden Jahren formal und inhaltlich weiterentwickelt hat, das lässt sich auch gut am Spielplan ablesen:
Die erste Abbildung zeigt den Spielplan aus der Anfangsphase der Spielentwicklung; die zweite Abbildung vor den einschneidenden Erkenntnissen des „Spiels auf Reisen“ (siehe Blogeintrag vom 10. Dezember 2009) und die dritte Abbildung, wie sich der Spielplan danach (topografisch) deutlich verändert und weiterentwickelt hat. Damit einher gingen natürlich noch viele andere kleinere und größere Änderungen am sonstigen Spielmaterial und am Regelwerk.
 
Was allerdings von Anfang an feststand, war der Titel des Spiels: Auf Spurensuche am Limes. Und die Gestaltung des Schriftzugs. Wie vieles andere während der Spielentwicklung, wurde auch die für „Limes“ verwendete Schriftart kritisch hinterfragt:
„Warum ist Limes nicht ebenfalls in der so genannten Capitalis Monumentalis, der bekanntesten römischen Schriftart (entstanden ca. 20 bis 100 n.Chr.), gesetzt, so wie der übrige Text des Titels?“
Für diesen Teil des Schriftzugs habe ich bewusst eine neuere Schriftart, die Römische Unziale (entstanden ca. 300 bis 400 n.Chr.), gewählt. Ein Grund dafür ist, dass Auf Spurensuche am Limes in der Gegenwart spielt und die gesamte Geschichte des Limes, von seiner Erbauung bis zu seinem „langsamen Untergang“, für die Archäologie von Bedeutung ist. Das, was Archäologen heute ausgraben und erforschen, sind Relikte aus fast zweitausend Jahren. Der ursprüngliche Verlauf des Limes ist teilweise noch in der heutigen Landschaft erkennbar oder wurde später aufwendig rekonstruiert. Die Archäologie interessiert sich u. a. dafür, was mit den Überresten des Limes geschehen ist, zu welchen Zeiten der Limes besiedelt war, wo er zerstört oder überbaut wurde und was künftig mit ihm passiert. Zu seinem Schutz und Erhalt ist darum der Obergermanisch-Raetische Limes (so die vollständige Bezeichnung) 2005 zum Weltkulturerbe erklärt worden.
 
Doch noch einmal kurz zurück zur Römischen Unziale, deren Verwendung auch eine Hommage an meinen früheren Schriftgrafik-Lehrer Manfred Sayer ist und seiner Variation der Römischen Unziale, der „Sayer Credo“. In deren Duktus habe ich den Limes-Schriftzug (mit einer Kalligrafie-Feder) geschrieben, eingescannt und dann am Rechner nachbearbeitet.
 
Die Schrift ist ein lebendiges Medium, deren Formen sich im Laufe der Zeit (und ihrer jeweiligen Kultur) immer wieder verändert haben. Das macht nicht nur ihre Geschichte so interessant …